Es werden zur Zeit 3 völlig unterschiedliche Verfahren angeboten:
Textquelle: Bernhard Mayr, D-82269 Geltendorf/Kaltenberg
http://www.hufkurs.de
Kunststoff-Klebehufschuhe
konventionell genagelte Kunststoff-Beschläge und
anschnallbare Kuststoff-Hufschuhe
Die angebotenen Klebe-Hufschuhe sind ausgereifte und bewährte Produkte,
haben meist zur Stabilisierung einen Tragerand-Metallkern
(Aluminium od. Stahl) oder es kann ein Hufeisen
aufgeschraubt werden.
Mittels dieser Metall-Kerne können diese Klebe-Hufschuhe, wie beim
o.g. Hufeisenbeschlag, millimetergenau an die gegebene Hufform
angepaßt werden. Darüber hinaus ist auch das Anbringen eines
zusätzlichen Gleitschutzes möglich, wodurch eine uneingeschränkte
Alltagstauglichkeit gegeben ist.
Die Beklebung der Hufe mit Klebehufschuhen ist eine sehr anspruchsvolle
Arbeit und bedarf deshalb neben handwerktlichem Können unbedingt auch
eines sauberen und trockenen Arbeitsplatzes. Ihres hohen Preises
wegen (ca. das 3-fache eines konventionellen Beschlages)
werden Klebe-Hufschuhe jedoch hauptsächlich zur Huf-Therapie bei nicht
nagelbaren Hufen (z.B. schlechte Hornqualität, stark
ausgebrochene Homwand) , Hufrehe, Hufverletzungen, Hornspalten und
Hornsäulen, Korrektur von Fehlerhufen und anderen möglichen
orthopädischen Anwendungen eingesetzt. Zur Ausbalancierunq der Hufe
sollten Klebe-Hufschuhe grundsätzlich paarweise verwendet werden.
Der genagelte Kunststoff-Hufbeschlag besteht aus einer konventionell
aufgenagelten Kunststoffsohle mit einer Aussparung im
Sohlen-Strahlbereich.
Als deren Vorteile gegenüber dem Eisenbeschlag werden hauptsächlich die
stoßdämpfende Wirkung und ihr geringes Gewicht angeführt. Dieses
kann aber auch falls nötig, ebensogut wie unter Hufeisenbeschlag
erläutert, durch Stoßdämpfereinlagen und Aluminium-Beschlag unter
Beibehaltung aller Gleitschutzmöglichkeiten realisiert werden.
Ein sachgerechter Gleitschutz ist bei dieser Art des Kunststoff-Hufschutzes nicht möglich.
Das Haftverhalten des Kunststoffes ist je nach Bodenverhältnissen sehr
stark unterschiedlich. Bei Asphalt ist dieser auf der ganzen
Bodenfläche rutschhemmend, was die natürliche gleitende Auffußung
behindert; bei Nässe, im Gras, auf festgefahrenem Schnee und Eis ist
die Haftreibung so stark herabgesetzt, daß ein sicheres Reiten
nicht mehr möglich ist.
Auch kann das einballen und aufstollen von Schnee in der Aussparung
nicht wirksam verhindert werden. Dadurch wird die
Trittsicherheit des Pferdes beim Kunststoff-Beschlag unberechenbar und
kann für das Pferd und den Reiter zur potentiellen Lebensgefahr werden.
Das mittragen der Hufsohle durch einsinken auf weichem Boden wird durch
die breite Bodenfläche und der dadurch relativ kleinen Aussparung
erheblich behindert. Eine breitere Auflage des Tragerandes auf
dem Beschlag entsteht jedoch nicht, weil der Tragerand am Huf
ohnehin nur maximal die Breite der Schutzschicht der weißen Linie und
der Sohlenfläche in Breite der Schutzschicht zusammengenommen aufweist,
die von jedem sachgerechten Hufschutz abgedeckt werden muß.
Das Reinigen der Hufe mit dem Hufräumer gestaltet sich schwierig,
weil sich in der Aussparung größere Steine festklemmen können und die
seitlichen Strahlenfurchen im Trachtenbereich sehr schwer zugänglich
sind.
Eine ausreichende Zehenrichtung ist nicht vorhanden und muß meist erst
durch das Pferd angelaufen werden, was für die Dauer des Anlaufens das
natürliche Abrollen der Vorderhufe behindert und eine Überbelastung der
Gelenke, Sehnen und Bänder, insbesondere der Hufrolle zur Folge hat.
Jeder Hufschutz ohne Zehenrichtung ist unsachgemäß und schlecht.
Dies gilt für alle Arten des Hufschutzes; dem muß auch beim
Ausschneiden von Barhufpferden, durch anraspeln einer ausreichenden
Zehenrichtung an den Vorderhufen, Rechnung getragen werden, denn
selbst das Hufbein der Vorderhufe weist eine solche auf.
Beim Aufnageln des Kunststoffbeschlages ist es schwieriger die Hufnägel
haargenau auf der weißen Linie zu platzieren. Dadurch wird die Gefahr
der direkten (blutigen) und indirekten (unblutigen, Nageldruck)
Vernagelung erheblich erhöht. (Durch die dämpfende Wirkung des
Kuststoffes kann man beim Nageln die Position der Nagelspitze im Huf
nicht mehr hören und fühlen. In der weißen Linie - weiches
Blättchenhorn - fühlen sich die Hammerschläge auf den Hufnagel weich an
und der Nagel klingt dumpf; beim Eintreten der Nagelspitze in die
Schutzschicht - hartes Röhrchenhorn - fühlen sich die Hammerschläge auf
den Hufnagel etwas härter an und der Klang wird höher.)
Indirekte Vernagelungen werden dann fälschlicherweise häufig als ,,sich
einlaufen müssen” bzw. ,,sich an den Kunststoff zu gewöhnen” oder
,,nicht vertragen des Kunststoff-Beschlages” interpretiert.
Dies ist natürlich völliger Unsinn, denn, geht ein Pferd
unmittelbar nach dem Beschlagen klamm oder gar lahm, liegt die
Ursache immer am mangelhaft ausgeführten Beschlag, und nicht an der Art
des verwendeten Beschlagmaterials.
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